Fairnetzen an der KRS Rebdorf

Fairnetzen an der KRS Rebdorf

Fairnetzen an der KRS Rebdorf

Ein großer Teil des Lehrerkollegiums der KRS Rebdorf nahm am ersten Freitag im neuen Schuljahr an der neunstĂŒndigen Fortbildung fairnetzen teil. Dieses Multiplikatorentraining hat zum Ziel, SchĂŒlern besonders in den Anfangsjahren der Sekundarstufe Handlungskompetenzen im Umgang mit den neuen Medien zu vermitteln, die sie befĂ€higen, bewusst, verantwortungsvoll und selbstreflektiert mit diesen umzugehen.

Aus der Perspektive von Jugendlichen bestehen Regeln, die Eltern oder LehrkrĂ€fte fĂŒr den Umgang mit Medien festlegen, ĂŒberwiegend aus Verboten. Durch die zunehmende MobilitĂ€t der GerĂ€te zur Mediennutzung sind die Aufsichtspersonen jedoch wĂ€hrend des Gebrauchs kaum noch anwesend; deshalb ist fĂŒr die SchĂŒler das Erlernen eines vernĂŒnftigen Umgangs mit den Medien so wichtig.

Fairnetzen ist als Multiplikatorenschulung konzipiert (d. h. die Lehrer werden durch den Lehrgang selbst zu Trainern und können das ihnen vermittelte Wissen an andere Kollegen und letztlich auch an die SchĂŒler weitergeben), weil es von großer Wichtigkeit ist, dass bei den PrĂ€ventionsbemĂŒhungen  auf Nachhaltikeit und Langfristigkeit geachtet wird. Ein einmaliger Vortrag ĂŒber Medienkompetenz wĂŒrde bei den SchĂŒlern keinen nachhaltigen Effekt erzielen. Der (Klassen-) Lehrer kann jedoch die Einheiten ĂŒber einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen umsetzen und immer wieder darauf Bezug nehmen.

Die neu gewonnenen Erkenntnisse der Fortbildung setzten die Rebdorfer Klassenlehrer der siebten Jahrgangsstufen gleich bei den im September stattfindenden Kennenlerntagen um. So wurde bei den SchĂŒlern mittels verschiedener spielerischer AktivitĂ€ten das Bewusstsein fĂŒr den Umgang mit den neuen Medien geweckt. Zum Beispiel galt es beim Spiel „Medienbingo“, sich bewusst zu werden, wo sie in der Klasse hinsichtlich Konsum, Wissen und Verhalten gegenĂŒber Medien stehen. Da gab es wenige SchĂŒler, die sich kaum mit Medien beschĂ€ftigen und auch kein internetfĂ€higes Smartphone besitzen, und sehr viele, die einen hohen Medienkonsum haben. Überrascht war ein SiebtklĂ€ssler von sich selbst, dass er doch fast alle Möglichkeiten der Mediennutzung ausschöpft: „Ich dachte, ich wĂŒrde gar nicht so viel ankreuzen. Eigentlich wĂ€re es besser, wenn ich weniger Kreuzchen machen könnte.“

Beim Spiel „ZeitrĂ€uber“ legten die SchĂŒler zunĂ€chst fest, wie viele Stunden sie mit den neuen Medien an einem durchschnittlichen Tag verbringen (1 Stunde, 2 Stunden oder etwa 4 Stunden pro Tag?). Beim Vergleich mit einem normalen Tagesablauf wurde klar, dass eigentlich gar nicht so viel Zeit bleibt neben Schule, SchlafbedĂŒrfnis, Familienleben und Freunden, also muss die Zeit fĂŒr die neuen Medien wohl irgendwo abgezwackt werden: beim Schlaf, bei den Hausaufgaben oder in noch so kurzen Pausen vor dem FrĂŒhstĂŒck oder vor dem Zubettgehen. Interessant ist hierbei, dass solche Erkenntnisse bei fairnetzen nie mit dem erhobenen Zeigefinger vermittelt werden; vielmehr will das Training die SchĂŒler sensibilisieren und FĂ€higkeiten zur Problemlösung entwickeln.

Beim klassischen Rollenspiel zum Thema Cyber-Mobbing wurde den SchĂŒlern ganz deutlich vor Augen gefĂŒhrt, dass Konflikte nicht ĂŒber das Internet ausgetragen werden sollen, zumal einmal veröffentlichte Inhalte nicht mehr rĂŒckgĂ€ngig gemacht werden können (Das Internet vergisst nichts!). Auch hier soll nicht nur Betroffenheit bei den SchĂŒlern erzeugt werden; vielmehr wird ein Leitsatz formuliert („Wir gehen fair miteienander um!“) und das Klassenzimmer zur „Mobbingfreien Zone“ erklĂ€rt. Auch hier steht Langfristigkeit und Nachhaltigkeit im Vordergrund.

Im Vorwort des vom fairnetzen-Team herausgegebenen Handreichungen ist zu lesen:

„Medien umgeben uns von Kindheit an und sind somit allgegenwĂ€rtig. Doch wie Kinder damit verantwortungsbewusst umgehen können, mĂŒssen sie erst erlernen. Dies ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die bei den Eltern beginnt, in der Schule ihre Fortsetzung findet und sich in der Peergroup und dem weiteren sozialen Umfeld weiterentwickelt.“ (fairnetzen, S.3).

An der KRS Rebdorf ist geplant, einen Teil dieser Aufgabe zu ĂŒbernehmen und fest im Jahresablauf der Klassen zu verankern.

Tanja Bintakies
(25.09.2019)

weitere Infos:

https://www.pack-mas.info/index.html

Tanja Bintakies

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