FranceMobil an der Knabenrealschule Rebdorf

FranceMobil an der Knabenrealschule Rebdorf

FranceMobil an der Knabenrealschule Rebdorf

Tictoc, tictoc, tictoc: ein SchaumstoffwĂŒrfel wird wie eine Zeitbombe im Kreis herumgegeben. Wenn EloĂŻse Pichereau, Lektorin vom Institut Français in MĂŒnchen „boom“ ruft, wirft ein SchĂŒler den WĂŒrfel und muss gemĂ€ĂŸ der Augenzahl einen Satz auf Französisch sagen: „1“ steht fĂŒr Je m’appelle… (Ich heiße), „2“ fĂŒr Ça va super/bof/mal (Es geht mir gut/mittelmĂ€ĂŸig/schlecht), „3“ fĂŒr J‘ habite Ă  … (Ich wohne in…) und so weiter. NatĂŒrlich bemĂŒht sich erstmal jeder, die „Bombe“ so schnell wie möglich weiterzureichen, denn bei der sechs Augen mĂŒssen alle gelernten SĂ€tze auf einmal aufgesagt werden! Doch ein SchĂŒler behĂ€lt den WĂŒrfel fest in der Hand: „Ich WILL ja alles mal auf französisch sagen!“ ruft er.

Damit ist das Ziel der FranceMobil-Lektorin, die heuer wieder einmal die Knabenrealschule Rebdorf besuchte, eigentlich schon erreicht: nĂ€mlich bei den SechstklĂ€sslern, die im Laufe des Jahres ihre WahlpflichtfĂ€cher wĂ€hlen mĂŒssen, die Lust auf Französisch zu wecken. Meistens handelt es sich bei den jungen Franzosen, die von MĂŒnchen aus durch ganz SĂŒdbayern geschickt werden, um Studenten aus Frankreich, die nach ihrem Grund- oder Hauptstudium in Germanistik ein Auslandsjahr einlegen wollen. Sie bleiben fĂŒr genau ein Schuljahr beim Institut Français und lernen so verschiedenste Orte und Schulen in Bayern kennen.

Die Französin EloĂŻse spricht mit den SchĂŒlern nur Französisch und verschweigt dabei, dass sie des Deutschen durchaus mĂ€chtig ist. Anfangs reagieren die Jungs und MĂ€dchen der Knabenrealschule etwas verwirrt: einige zucken mit den Schultern, andere kichern verunsichert. Plötzlich, und das ist bis jetzt bei allen Besuchen von FranceMobil der Fall gewesen, fĂ€ngt einer an, fĂŒr die anderen zu ĂŒbersetzen, weil er verstanden hat, was die Lektorin erzĂ€hlt: wie sie heißt, woher sie kommt, wie alt sie ist. Nach und nach begreifen alle, was EloĂŻse sie fragt oder wie die Spielanleitung geht – ohne jemals ein Wort Französisch gelernt zu haben. Sich auf eine fremde Sprache einlassen zu können und sogar selbst die Sprache zu produzieren, erfĂŒllt einige der SchĂŒler mit Stolz und manche finden, dass Französisch eigentlich doch gar nicht so schwer ist. Das schönste Lob aber fĂŒr EloĂŻse und fĂŒr die Fachbetreuerin fĂŒr Französisch, die den Besuch der FranceMobil Lektorin organisiert hat, kommt von einer SchĂŒlerin, die beim Verlassen des Klassenzimmers sagt: „Das war mal eine richtig tolle Stunde!“

Tanja Bintakies (Fachbetreuung Französisch)
(27.09.2019)

Tanja Bintakies

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